Sitzbänke und Beteiligung: Probleme direkt vor Ort besprochen

Am 3. Juli 2025 traf sich die IG Bewohner Altstadt Augsburg mit Baureferent Steffen Kercher, Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle und Herrn Mayr zu einem gemeinsamen Rundgang durch die Altstadt.

Zentrales Thema waren vier Sitzbänke, die kurz vor Ostern am Vorderen Lech aufgestellt worden waren – ohne vorherige Information oder Rücksprache mit den unmittelbar betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern. Auch in den darauffolgenden Wochen wurde uns innerhalb der Stadtverwaltung keine klare Zuständigkeit benannt. Die Frage, wer die Aufstellung veranlasst hatte und an wen wir uns mit den Problemen vor Ort wenden konnten, blieb lange offen. Über diese Situation berichtete auch die Augsburger Allgemeine.

Insbesondere die Bank vor dem Vorderen Lech 6 entwickelte sich schnell zu einem Beispiel dafür, welche Folgen vermeintlich kleine Veränderungen in den engen Gassen der Altstadt haben können. Zusätzliche Aufenthaltsbereiche unmittelbar vor Wohnungen führen vor allem in den Abendstunden zu neuen Belastungen. Gleichzeitig zeigte die Diskussion, wie wichtig eine frühzeitige Beteiligung der Menschen ist, die von solchen Maßnahmen direkt betroffen sind.

Bei dem Rundgang konnten wir die Situation unmittelbar vor Ort erläutern. Uns ging es nicht grundsätzlich gegen Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum. Standort, Umfeld und mögliche Auswirkungen auf die Wohnnutzung sollten jedoch vor einer Aufstellung sorgfältig geprüft und mit den Anwohnerinnen und Anwohnern besprochen werden.

Neben den Sitzbänken thematisierten wir auch Verkehr, Müll, Lärm, Nutzungskonflikte und die weitere Entwicklung der Altstadt. Als Gesprächsgrundlage überreichten wir unseren Entwicklungskatalog, in dem wir Beobachtungen aus dem Viertel und mögliche Lösungsansätze zusammengefasst haben. Dazu gehören ausdrücklich eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, regelmäßige Dialogrunden und zeitnahe Vor-Ort-Termine bei akuten Problemen.

Baureferent Kercher sagte zu, für die Sitzbank vor dem Vorderen Lech 6 einen besser geeigneten Standort zu finden und eine Versetzung im Frühjahr 2026 vorzusehen. Wir begrüßen diese konkrete Zusage.

Der Termin hat gezeigt, wie wichtig es ist, Probleme nicht nur vom Schreibtisch aus zu beurteilen, sondern gemeinsam vor Ort anzusehen. Für den Herbst haben wir deshalb ein weiteres Gespräch vorgeschlagen, um den Sachstand zu besprechen und den begonnenen Dialog fortzuführen.

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